„Eine wertvolle Erkenntnis genau zur rechten Zeit“

Blick durch eine Lupe in die Ferne

Die Situation

Du kennst sie bestimmt auch! Diese Erkenntnisse im Leben die Dir weitergeholfen hat und Du seitdem immer wieder darauf zurückgreifst. Diese Erkenntnisse sind so einprägsam, dass man sie auch gerne mit anderen teilen mag. Eine meiner Erkenntnisse möchte ich nun mit Dir teilen.

Es muss so ca. 20 Jahre her sein, da stand ich noch am Anfang meiner beruflichen Laufbahn. Ich arbeite damals als Netzwerkadministrator in einer kleinen Firma und war somit Mädchen für alles, sofern es um IT ging. Ich weiß schon gar nicht mehr, worum es genau ging, jedenfalls wurde ich eines Tages in das Büro von einem der Vorstände zitiert.

Direkt beim Betreten des Büros registrierte ich eine gewisse schlechte Stimmung bzw. Gereiztheit bei ihm, nennen wir ihn mal Dr. S.
Dr. S. konfrontierte mich damit, dass ich etwas richtig in den Sand gesetzt hatte. Ich weiß gar nicht mehr genau, worin der Fehler exakt lag, auf jeden Fall hatte ich schlampig gearbeitet. Man muss dazu wissen, dass Dr. S. schon sehr konservativ und durchaus korrekt in allen Handlungen war. Nicht unmenschlich aber schon sehr distanziert und streng.

Im ersten Moment stand ich da wie ein begossener Pudel und ließ die Tirade über mich ergehen und erfasste erst einmal den Fehler, der mir zuvor nicht bewusst gewesen war.

Aus dem Reflex heraus reagierte ich mit der Aussage: „Oh das war klar mein Fehler. Ich habe keine Ahnung wie mir das passieren konnte und es tut mir leid!“. Aus dem Bauch heraus, ohne lange zu zögern, aus den Tiefen meiner selbst heraus ehrlich gemeint. Betroffen, zerknirscht, schuldbewusst.

Ich stand also dort vor seinem Schreibtisch und hatte mich gefühlt komplett entblößt. Ich hatte den Fehler zugegeben und mich entschuldigt. Dr S. war dies jedoch scheinbar nicht genug, denn er bohrte weiter nach und wollte wissen, wie mir dieser Fehler denn unterlaufen hätte können.

Wie oben bereits geschrieben wusste ich es tatsächlich in dem Moment nicht wie es sich genau zugetragen hatte. Was ich jedoch immer noch vor meinem inneren Auge sehe: Wie Dr. S. weiterhin versucht eine Aussage und Begründung von mir zu erhalten und ich mich nur wiederhole. „Ich sagte schon es war mein Fehler und ich habe keine Ahnung wie es passieren konnte. Es tut mir leid!“.

Es war eindeutig zu sehen, wie sehr ihn diese Aussage reizte, denn scheinbar wollte er mit mir die ganze Sache ausdiskutieren. Ich hatte jedoch mit meiner Aussage sämtliche Schuld auf mich genommen, um Entschuldigung gebeten und klar zu erkennen gegeben, dass ich das Zustandekommen nicht nachvollziehen konnte. Je mehr mein gegenüber sich aufregte, desto mehr verebbte meine eigene Aufregung und ich wurde ruhiger und ruhiger. Ich fand es schon fast urkomisch wie gelassen ich reagierte und damit die durchaus emotionale Reaktion hervorrief.

Mehrmals wiederholte ich noch den Satz, da ich auch nicht anderes mehr hätte sagen können. Ich hatte die Waffen gestreckt. Meine Verteidigung gesenkt und die weiße Fahne gehisst. Wie heißt es so schön: „Wer argumentiert, verliert!“ Ich hatte nichts zu argumentieren.

Schlussendlich erkannte auch Dr. S., dass er keinen Erfolg mehr haben würde und entließ mich aus seinem Büro.

Die Erkenntnis

Meine Erkenntnis sollte bereits auf der Hand liegen:

Wenn Du Mist gebaut hast, dann steh dazu und halte den Ärger aus. Wenn Du versuchst zu argumentieren, dann kannst Du eigentlich nur verlieren. Das Gespräch dauert länger, es kostet mehr Energie und eigentlich ist dadurch nichts gewonnen. Der Fehler wird ggf. später behoben und alle Beteiligten sind unzufriedener.

Für mich kam diese Erkenntnis zu einem idealen Zeitpunkt. Am Anfang meines beruflichen Lebens. Seither stehe ich für meine Fehler direkt ein, gerne auch proaktiv, und ernte hierdurch eigentlich durchweg positive Resonanzen. Du glaubst nicht wieviel Energie mir das insgesamt schon gespart hat. Nicht, dass ich deswegen lieber Fehler machen würde. Diese Lektion gebe ich bereits auch meinen Kindern mit auf den Weg.

Dieses Vorgehen bringt mich selbst schneller zu einer lösungsorientierten Denke. Statt mich auf den Fehler und seiner Ursache zu konzentrieren, werden alle Gedanken auf die notwendige Lösung gerichtet. Dies bedeutet jedoch nicht, dass ich im Nachhinein nicht auch einmal über die Ursachen reflektiere, um eine zukünftige Wiederholung des Fehlers zu vermeiden.

Das Fazit

Auch in mein Coaching hat dieser Sachverhalt seinen Platz gefunden. Jedes Problem hat eine Ursache und eine Lösung. Zumeist arbeiten wir an den Ursachen und verbrauchen jede Menge Energien dabei. Diese können wir nicht in die Lösung investieren. Dabei schöpfen wir aus positiven Erlebnissen, wie Lösungen weitere positive Energien. Hiermit können wir dann gestärkt an die Reflexion der Ursache gehen und wertvolle Erkenntnisse ziehen. Wenn meine Klienten dies einmal erlebt haben, so sind sie von dieser Erkenntnis ebenfalls fasziniert. Dies ist jedoch eine andere Geschichte, welche ich ein anderes Mal erzähle. 😉

Wenn Du jedoch auch von meinen Erkenntnissen profitieren und ein Coaching mit mir erleben möchtest, dann trete doch mit mir in Kontakt und wir sprechen über Deine Möglichkeiten.

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